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"testudo graeca"

Artenschutzstatus Liste 2 des Washingtoner Artenschutzabkommens.

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  • Ordnung: Halsberger (Cryptodira)
  • Familie: Landschildkröten (Testudinidae)
  • Gattung: Europäische Landschildkröten (Testudo)
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Die Maurische Landschildkröte kommt in sechs Unterarten vor.

Der größte Teil ihres riesigen Verbreitungsgebietes liegt in Asien und Nordafrika, zwei der sechs Unterarten kommen jedoch auch im europäischen Mittelmeerraum vor.

Die bei uns am häufigsten gehaltenen Maurischen Landschildkröten stammen aus der Türkei und ist neben der Griechischen Landschildkröte eine der beliebtesten Landschildkröten.

Ihre lateinische Bezeichnung führt oft zur irrigen Annahme, es handle sich um die "Griechische". Sie sind in vielen ihrer angestammten Heimatgebiete aber im Bestand bedroht.

Maurische Landschildkröten sind ausschließlich tagaktive Tiere, die für die Verdauung ihrer Nahrung auf die Sonnenenergie angewiesen sind. Sie können als wechselwarme Tiere die nötige Körperwärme nicht selbst erzeugen, sondern müssen sie durch den wechsel von schattigen zu sonnigen Plätzen beeinflussen. 

Für die einwandfreie Verdauung ihrer faserreichen Nahrung benötigen sie für einige Stunden am Tag sogar Körpertemperaturen über 30 Grad, die sie zum Beispiel durch ein morgendliches Sonnenbad auch dann erreichen, wenn die Lufttemperatur noch deutlich niedriger liegt.

In der kühleren Jahreszeit kommen die Tiere meist erst am späten Vormittag zum Vorschein, sonnen sich und verschwinden wieder. Bei über 40 Grad vergraben sie sich in die kühle Erde oder suchen Felsspalten oder Höhlen auf.

In den Sommermonaten zeigen sie deshalb nur Aktivität am kühleren Morgen und Nachmittag. Es kann sogar ein längerer Sommerschlaf nötig werden, wie z. B. im südlichen Marokko, von Juni bis September. Unterhalb von 8 °C kommt der Stoffwechsel zum Erliegen. Die Atmung und Herzfrequenz werden herabgesetzt.

In manchen Teilen ihres Verbreitungsgebietes fällt sie, zum Teil von September bis März, in eine Winterstarre, ist inaktiv und vergräbt sich.

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Die Maurische Landschildkröte ist eine kleine bis mittelgroße, pflanzenfressende Landschildkröte. Ausgewachsene Exemplare der osteuropäischen Testudo graeca ibera erreichen bis zu 35 cm Länge und ein Gewicht von mehr als 5 kg. Tiere westmediterraner Unterarten bleiben deutlich kleiner.

Die Vorderbeine der Maurischen Landschildkröte sind an der Außenseite mit vier bis sechs Querreihen von sich überlappenden, großen Hornschuppen bedeckt und besitzen meist fünf Krallen. An den Hinterbeinen befinden sich, außer bei einer nordafrikanischen Art, zwei typische Hornkegel, symmetrisch rechts und links vom Schwanz angeordnet.

Die Färbung und Zeichnung des Panzers ist individuell und unterartbedingt sehr verschieden ausgeprägt. Der Rückenpanzer variiert von fast olivgrün bis leicht orange-braun. Die Zeichnung kann auffallend schwarz-gelb oder auch fast einheitlich dunkelbraun sein. Die Zentren der Rückenschilde sind meist dunkel.

Männchen und Weibchen zeigen deutliche Geschlechtsmerkmale, die sich mit ca. vier bis sechs Jahren ausprägen. Jungtiere können nicht nach Geschlechtern unterschieden werden.

Erwachsene Männchen haben einen längeren Schwanz und eine dickere Schwanzwurzel, in der der Penis verborgen ist. Die Männchen tragen den Schwanz meist seitlich unter den Panzer geklappt, wogegen der kurze Schwanz der Weibchen ausgestreckt bleibt. Ihre Kloake liegt zudem näher am Körper.

Der Bauchpanzer der Männchen ist leicht nach innen gewölbt. Weibchen sind dagegen insgesamt größer und schwerer als Männchen, wobei die Größen- und Gewichtsunterschiede hier beträchtlich ausfallen können.

Diese Schildkrötenart ernährt sich überwiegend pflanzlich, zum Beispiel von wilden Wicken und Klee. Außerdem werden bevorzugt sie Knospen, Blüten und Früchte mit Samen. Bei Nahrungsmangel in den heißen Sommermonaten, werden auch vertrocknete, wenig nahrhafte Pflanzen und Pflanzenteile gefressen. Auch Gehäuseschnecken und Insekten werden aufgenommen. Weibchen nehmen mehr tierische Bestandteile auf als Männchen und Jungtiere.

Seit einigen Jahren werden immer neue Varietäten entdeckt und als weitere Unterarten beziehungsweise eigenständige Arten beschrieben, sind aber zum Teil noch nicht allgemein anerkannt.

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