Schildi-Ranch

"testudo hermanni"

Artenschutzstatus: Liste 2 des Washingtoner Artenschutzabkommens, unterliegt aber in den Ursprungsländern einem strikten Ausfuhrverbot.

  • Ordnung: Halsberger (Cryptodira)
  • Familie: Landschildkröten (Testudinidae)
  • Gattung: Europäische Landschildkröten (Testudo)
  • griechische_landschildkröte_testudo_hermanni_boettgerie_oststrasse
Die Griechische Landschildkröte kommt in zwei Unterarten vor (Testudo hermanni hermanni und Testudo hermanni boettgeri). Sie sind überwiegend pflanzenfressende, tagaktive Reptilien, die ein hohes Alter erreichen können.

Für die Verdauung sind sie auf die Zufuhr von Sonnenenergie angewiesen. Es sind wechselwarme Tiere, die die nötige Körperwärme nicht selbst erzeugen können, sondern müssen sie, ihren jeweiligen Bedürfnissen entsprechend, durch Ortswechsel von schattigen zu sonnigen Plätzen beeinflussen.

Für die einwandfreie Verdauung ihrer faserreichen Nahrung benötigen sie für einige Stunden am Tag Körpertemperaturen um 25 bis 30 °C die sie, zum Beispiel durch ein morgendliches Sonnenbad, auch dann erreichen, wenn die Lufttemperatur noch deutlich niedriger liegt. Bei hoher Hitze, mehr als 40 Grad, geraten sie in Lebensgefahr und sie vergraben sich dann in die kühlere Erde. Unterhalb von 8 °C kommt der Stoffwechsel zum Erliegen, die Atmung und Herzfrequenz wird dann stark herabgesetzt.

Jungtiere verbringen die ersten Lebensjahre verborgen im Bereich von Hecken und Büschen. Wegen ihrer geringen Körpergröße stellt Überhitzung und Austrocknung für sie eine wesentlich größere Gefahr dar als für erwachsene Schildkröten. Sie sind daher eher an bedeckten Tagen und in den kühleren Tages- und Jahreszeiten aktiv.

Nach Ende der Winterstarre im März/April nutzen die Tiere die warmen Vormittagsstunden zum Sonnenbaden. Die Hauptaktivitätsphase liegt im Mai und Juni. Jetzt kommt es zu vermehrter Nahrungsaufnahme, Revierveränderungen und Sexualverhalten.

Die sommerliche Hitze in den Monaten Juli und August zwingt die Tiere zu einem geteilten Tagesrhythmus: Rückzug in kühle Verstecke während der heißen Tageszeit. Im Herbst (September/Oktober) geht die Aktivität deutlich zurück. Die Aufwärmphasen nehmen jetzt wieder einen Großteil der aktiven Zeit in Anspruch. Es kommt aber auch zu erneuter Paarungsaktivität. Die kalte Jahreszeit (ca. vier bis fünf Monate) wird überwiegend inaktiv in frostfreien Höhlen verbracht.

  • griechische_landschildkröte_testudo_hermanni_hermanni_weststrasse
Die Griechische Landschildkröte ist eine mittelgroße Landschildkröte von etwa 20 Zentimeter Länge. Die Grundfärbung des Panzers ist gelb bis oliv mit einer dunklen Fleckung, die individuell und unterartbedingt verschieden stark ausgeprägt ist. Jungtiere haben eine deutliche und kontrastreichere Zeichnung des Panzers. Bei älteren Tieren wird die Färbung und Zeichnung zunehmend verwaschener. Der Kopf und Vorderbeine haben kleine bis mittelgroße Schuppen. Die Vorderbeine haben meist fünf Krallen, die Hinterextremitäten haben stets vier Krallen. 

Männchen und Weibchen zeigen deutliche Geschlechtsmerkmale, die sich mit ca. vier bis sechs Jahren ausprägen. Jungtiere können nicht nach Geschlechtern unterschieden werden. Testudo hermanni weist bei beiden Geschlechtern am Schwanzende einen Hornnagel auf, der bei den meisten anderen Vertretern der Gattung nicht vorhanden ist.

Die Männchen haben einen längeren Schwanz und eine dickere Schwanzwurzel, in der der Penis verborgen ist. Der Hornnagel am Schwanzende kann bei einem älteren Männchen eine beachtliche Größe annehmen. Der Bauchpanzer ist leicht nach innen gewölbt, um bei der Paarung nicht vom Weibchen abzurutschen.

Weibchen sind dagegen insgesamt größer und schwerer als Männchen. Der Schwanz ist wesentlich kleiner und ihre Kloake liegt näher am Körper. Ihr Hornnagel ist wesentlich kleiner und leicht nach innen gebogen. Der Bauchpanzer ist eben.

Griechische Landschildkröten haben Paarungsrituale, die auf uns Menschen recht grob wirken. Das Männchen verfolgt und umkreist das Weibchen und versucht es durch kräftiges Beißen in die Beine am Davonlaufen zu hindern. Bisse in den Kopf veranlassen das Weibchen, den Kopf einzuziehen, wobei die Kloake leicht hervortritt. Jetzt kann das Männchen aufsteigen. Bei den Friktionsbewegungen öffnet das Männchen den Schnabel und stößt piepsende Laute aus.

Männchen sind das ganze Jahr paarungswillig, besonders ausgeprägt im Frühjahr und vor allem im Herbst. Die Weibchen besitzen die Fähigkeit, Samen aus früheren erfolgreichen Paarungen über längere Zeit, möglicherweise Jahre, zu speichern und so die heranreifenden Eier auch ohne erneute Paarung zu befruchten.

  • griechische_landschildkroete_verbreitungsgebiet
Die Griechische Landschildkröte besiedelt große Teile des europäischen Mittelmeerraumes. Ihr Verbreitungsgebiet reicht von der 

Ostrasse: Testudo hermanni boettgeri: Ex-Jugoslawien, Albanien, Griechenland, Rumänien, Bulgarien bis zur

Westrasse: Testudo hermanni hermanni: Spanien, Frankreich, Italien, Sardinien, Mallorca und Korsika.

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