Schildi-Ranch

"testudo marginata"

Artenschutzstatus: Liste 2 des Washingtoner Artenschutzabkommens, unterliegt aber in den Ursprungsländern einem strikten Ausfuhrverbot.

  • Ordnung: Halsberger (Cryptodira)
  • Familie: Landschildkröten (Testudinidae)
  • Gattung: Europäische Landschildkröten (Testudo)
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Die Breitrandschildkröte ist die größte der fünf Landschildkrötenarten innerhalb der Gattung Testudo.

Sie können eine Panzerlänge von 40 cm erreichen und bis zu 100 Jahre alt werden.

 

 

Das natürliche Vorkommen der Breitrandschildkröte ist das südliche Griechenland vom Peloponnes bis zum Olymp und das angrenzende Albanien.   

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Daneben gibt es kleine, inselartige Vorkommen auf den Ägäischen Inseln Skyros und Poros. In einigen Regionen Italiens ist die Breitrandschildkröte eingebürgert.

Dazu zählen die Vorkommen im Nordosten von Sardinien und eine isolierte Population bei Tombolo Livorno, Toskana. Die Art weist verschiedene Lokalformen, aber keine echten Unterarten auf.

Die Breitrandschildkröte lebt eher in bergigen Regionen, in buschigem, steinigem Hügelland. Sie lebt dabei in Höhen bis zu 1600 Metern.

Am frühen Vormittag verlassen sie ihren nächtlichen Unterschlupf und lassen sich zuerst von der Sonne erwärmen. Die heiße Mittagszeit verbringen sie in kühleren Verstecken, die sie meist erst wieder am späten Nachmittag verlassen. In den Wintermonaten fallen sie in die Winterstarre.

Diese Landschildkrötenart besitzt einen langgestreckten, in der Mitte taillierten Rückenpanzer, dessen hintere Randschilde - insbesondere bei älteren, männlichen Tieren - weit ausgestellt, teilweise auch aufgewölbt und gesägt sind. Die Grundfarbe des Rückenpanzers ist bei adulten Tieren schwarz mit helleren Flecken. 

Der horngelbe Bauchpanzer weist charakteristische, paarig angeordnete, dunkle Dreiecksflecken auf, deren Spitzen nach hinten gerichtet sind. Die Vorderseiten der Vorderbeine sind mit großen, dachziegelartig überlappenden Schuppen bedeckt.

Bei älteren Tieren ist der Hinterlappen des Bauchpanzers etwas beweglich. Die Tiere besitzen Ansätze von Schenkelspornen, aber keinen Hornnagel am Schwanz.

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Jungtiere unterscheiden sich in Panzerform und Färbung. Der Panzer ist rundlicher, die Verbreiterung der hinteren Randschilde fehlt noch.

Männchen und Weibchen zeigen deutliche Geschlechtsmerkmale.

Ungewöhnlich für die Gattung Testudo ist, dass männliche Breitrandschildkröten größer als weibliche sind. Der namensgebende breite Rand ist bei den Männchen stärker ausgeprägt, sie sind noch langgestreckter und taillierter. Darüber hinaus besitzen sie wie andere Testudo-Arten auch einen längeren und an der Basis dickeren Schwanz und einen deutlich konkaven Bauchpanzer.

Unmittelbar nach dem Erwachen aus der Kältestarre setzt der Paarungstrieb ein. Mit großem Eifer verfolgen die Männchen die Weibchen, umkreisen sie, beißen sie in die Gliedmaßen, rammen sie mit heftigen Stößen und versuchen aufzureiten.

Bei der stoßweisen Kopulation öffnet das Männchen das Maul, die rote Zunge wird sichtbar, und es stößt weit hörbare Schreie aus. Sie klingen fast seufzend in langen tiefen Tönen, im Gegensatz zur Maurischen Landschildkröte, bei der ein hohes stoßweises Piepen hörbar ist.

Während der Paarung bleibt das Weibchen ruhig stehen und hält den Kopf seitlich aufwärts, so dass es das weit geöffnete Maul des Männchens sehen kann. Offensichtlich hat die rote Zunge eine Signalfunktion. Im selben Rhythmus, wie das Männchen seine Laute erzeugt, bewegt das Weibchen seinen Kopf nach links und rechts.

Grundsätzlich sind die Breitrandschildkröten Pflanzenfresser, aber bei Nahrungsmangel wird tierisches Eiweiß nicht verschmäht, das gilt vor allem für Jungtiere und schwangere Weibchen. So werden hin und wieder auch Regenwürmer und Schnecken aufgenommen.

Die Testudo marginata gilt als "die echte griechische Landschildkröte".

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